Bettina Steinborn und ihre Skulpturen

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Wenn lustige Alltagssituationen zu Bronzefiguren werden – das etwas andere Künstlerporträt…

‚Bettina Steinborn ist sehr kreativ und unglaublich produktiv‘ – waren meine ersten Gedanken, als ich die Fotos vom Aufbau ihrer aktuellen Ausstellung in der Galerie M1-Kunstzone Gera sah.

Der Eindruck bestätigte sich, als ich ihre lange Liste an Personalausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in den Händen hielt.

Was ist sie wohl für eine Person? Was treibt sie an, wollte ich erfahren und verabredete mich zu einem Telefoninterview, um mit ihr die neue Reihe ‚Künstlerporträts‘ hier im Galerie-BLOG zu starten.

Bettina Steinborn, 1958 in Berlin geboren, lebt und arbeitet in Oranienburg.

Sie telefonisch zu erreichen, ist gar nicht so einfach, denn eines ihrer Kreativitätsgeheimnisse ist die bewusste Steuerung ihrer Erreichbarkeit. Sie schafft auch den Spagat zwischen Nebenjob als Röntgenassistentin, den sie zur Existenzsicherung braucht und ihrer künstlerischen Arbeit als Bildhauerin in ihrer eigenen Werkstatt.

Vor unserem Gespräch hatte sie mir schon per Mail ein paar Fragen zu ihrer Person beantwortet und einige Fotos von sich geschickt…

Bettina Steinborn

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Alle mit einem freundlichen Lachen und genauso sympathisch war unser Telefonat.

Zuerst etwas zurückhaltend, plauderten wir schnell über die Bedingungen in der ehemaligen DDR, unter denen sie ihren Wunsch, Abitur zu machen und Malerei zu studieren, nicht realisieren konnte und zunächst als „anständigen Beruf“ MTA lernte.

Aufgegeben hat sie ihren kreativen Berufswunsch trotzdem nicht und Kurse für Malerei und Grafik u.a. bei Lothar Böhme in Berlin belegt und eine Lehre zur Keramikerin bei Jutta Altenstein in Berlin absolviert.

Seit 1989 gibt es diverse Personalausstellungen von ihr zu sehen und Ausstellungsbeteiligungen – auch zu verschiedenen Kunstmessen.

Nach der Wende 1990 hatte sie sich als Töpferin selbstständig gemacht und keramische Einzelstücke gefertigt. Aber nach und nach wurden es mehr plastische Arbeiten und seit 15 Jahren sind es nun ausschließlich Skulpturen.

2011 erhielt sie dafür den Brandenburgischen Kunstpreis für Plastik der Märkischen Oderzeitung in Kooperation mit der Stiftung Schloss Neuhardenberg.

Ihre Skulpturen sind ca. 20 cm groß und erzählen lustige und kuriose Alltagsgeschichten, denn Inspiration holt sich Bettina Steinborn bei zufälligen Beobachtungen auf der Straße. Zwei dicke Frauen, die Bauch an Bauch zusammen stehen, die Hände in die Hüften stützen und eifrig diskutieren, „schreien“ förmlich danach, von der Bildhauerin gemerkt, skizziert, zu Keramikfiguren und schließlich ausgewählt und in Bronze gegossen zu werden.

Bettina Steinborn beschreibt es so treffend: „Die Figuren kommen zu mir. Ich beobachte, merke mir Haltungen, mache Skizzen (keine Fotos) und während ich die Figuren in Ton modelliere, „sagen“ sie mir, was ich machen soll. Und nur die Besten werden später ausgewählt und in Bronze gegossen.“ Weiter erzählt sie mir, dass es in ihrer Werkstatt viele Keramikfiguren gibt, die es nicht in die Bronzegießerei geschafft haben.

Trotzdem stellt sie gerade in der Galerie M1-Kunstzone Gera eine große Anzahl Bronzeskulpturen aus, die nun auf ihre Besucher warten!

Bettina Steinborn hat es bis heute geschafft, sich in unserer durch Hektik, Stress und Ablenkung geprägten Gesellschaft, den kreativen Blick für besondere Alltagsmomente zu bewahren und die Muße zu finden, diese in tolle Skulpturen für uns umzusetzen.

Ich freue mich, dass ich diese Künstlerin kennenlernen und interviewen durfte und wünsche ihr viel Energie und Inspiration, um ihre Beobachtungen kreativ in Keramik und Bronze festzuhalten und uns mit ihren Skulpturen zu begeistern. Schade nur, dass man auch heute von Kunst allein nicht leben kann…

Wer mehr über Bettina Steinborn erfahren möchte, kann sich auf ihrer Webseite http://www.bettinasteinborn-skulpturen.de informieren oder per E-Mail an steinborn-skulpturen@t-online.de oder telefonisch unter 0151-17067440 Kontakt zu ihr aufnehmen.

Ihre Ausstellung in der Galerie M1-Kunstzone Gera ist noch bis zum 01.11.2015 zu sehen.

Galerie “M1-Kunstzone”,
Gera, Mohrenplatz 1,

Öffnungszeiten
Di.-Fr. 13.00 bis 18.00 Uhr
Sa.-So. 12.00 bis 18.00 Uhr
Telefon 0365 – 800 61 75
kontakt@galerie-m1.de
http://www.galerie-m1.de
http://www.kunstzone-gera.de

Die Galerie freut sich auf Ihren Besuch.

© geschrieben von Heike Werner-Reinbold

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